Thermalbäder
Es mag ja sein, dass Ungarn nicht gerade reich an Bergen ist, als Kompensation dafür ist hier die Erdkruste so dünn, dass an vielen Stellen im Land irgendwo eine Thermalquelle emporsprudelt. Diese Naturerscheinung wurde zuerst von den Römern genutzt, die ja dafür bekannt waren, die Genüsse des Lebens zu schätzen. Aber auch für die „türkischen Bäder” kann Budapest einige wunderbare Beispiele bieten. Heutzutage gehören einige erholsame Stunden im örtlichen Bad zur Tagesordnung vieler Ungarn, besonders derjenigen, die an Gelenk- oder Muskelschmerzen oder an Atemwegsbeschwerden leiden. Obwohl die Bäder bei den Touristen sehr beliebt sind, bleiben diese kleinen Badefreuden trotzdem ein eigenes Erlebnis der Ungarn. Auf der Margareteninsel und auch außerhalb der Hauptstadt bieten zahlreiche Kurhotels umfassende Dienstleistungen zur Erhaltung der Gesundheit sowie Fitness- und Wellnessdienste an.
Thermalbad Gellért
Von den 40 Heilbädern und Freibädern in Budapest ist das hinter dem Hotel Gellért liegende Gellért-Bad das berühmteste und eleganteste. Das innere Becken zählt zu den beliebtesten Motiven der Fotografen. Auch auf zahlreichen Bildern und Plakaten von Ungarn ist die riesige und eindrucksvolle Eingangshalle immer wieder abgebildet. Allerdings gibt es im Gellért-Bad viel mehr als nur Architektur im Sezessionsstil zu bewundern, z. B. die separaten Thermalbecken für Männer und Frauen; die Saunen und Dampfkabinen bieten Erholung und Entspannung im Stil türkischer Bäder, während man in den prächtigen Becken im Freien, die zur Freude der kleinen und großen Kinder über eine Wellenanlage verfügen, die Strahlen der Sonne genießen kann.
Lukács-Bad
Das im Vergleich zu den extravaganten Bädern (Széchenyi-Bad oder Gellért-Bad) eher als funktionale Einrichtung zu bezeichnende Lukács-Bad (am Budaer Brückenkopf der Margaretenbrücke) ist bei ausländischen Touristen weniger bekannt, jedoch in keinesfalls kälter oder weniger entspannend. Die großflächige Dachterrasse liegt etwas näher zur Sonne, das Außenbecken ist erfrischend kalt und die Becken im zweiten Hofbereich bieten intensive Sprudelerlebnisse und Wasserstrahlmassagen.
Széchenyi-Bad
Eine Besichtigung des Heldenplatzes ist nicht so richtig komplett, wenn man sich anschließend nicht noch ein Weilchen im Széchenyi-Bad im Stadtwäldchen entspannt. In Europas größtem Bäderkomplex findet man das übliche Angebot an heißen Becken und Dampfkabinen, aber die besondere Anziehungskraft üben die gerade in den Wintermonaten sehr stimmungsvollen Außenbecken und der riesige Innenhof im Stil des Neobarocks aus. Im wärmeren Becken tut es gut, sich zu unterhalten, einfach nur zu baden oder Schach zu spielen, während man sich im anderen warmen Becken einer sprudelnden Massage hingeben oder sich in einem bizarren Wasserkanal bewegen kann, der den Badegästen aller Altersgruppen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Das mittlere Kaltwasserbecken sollte nur von Schwimmern mit Badekappe gewählt werden.
Rudas-Bad
Das am Budaer Brückenkopf der Elisabethbrücke gelegene „Rudas” ist ein nur Männern vorbehaltenes Bad (das Außenbecken ist allerdings für beide Geschlechter geöffnet). Es wurde vom Budaer türkischen Pascha im 16. Jahrhundert erbaut. Es tut gut, sich in dem achteckigen türkisfarbenen Becken zu entspannen. Man sollte die Tatsache akzeptieren, dass man nichts weiter am Körper trägt, als eine kleine Schürze – eine Art Lendenschurz. Öffnungszeiten: von Montag bis Freitag von 06.00 Uhr bis 20.00 Uhr, an Samstagen und Sonntagen von 06.00 Uhr bis 13.00 Uhr.
In Budapest gibt es 40 Thermalbäder und Freibäder: heilbaderbudapest.com








